18.05.2013 - 13.10.2013
Ostpreußisches Landesmuseum – Ritterstraße
Ritterstraße 1, 21335 Lüneburg, Deutschland

Das Erleben des Elementaren

Der Expressionist Karl Eulenstein (1892–1981)

Karl Eulenstein, Erste Ausfahrt, 1931 (Ausschnitt)
Karl Eulenstein in Nidden, um 1940

»Die Natur gibt nur das Stichwort, den Formungsdrang im Künstler zur Entladung zu bringen«, schrieb der Maler Karl Eulenstein über seine Kunst. »Das Erleben des Elementaren« nannte der Kunsthistoriker Günter Krüger das entscheidende Merkmal eines ostpreußischen Expressionismus. Karl Eulenstein gehört zu seinen Hauptvertretern.

1892 in Memel geboren, entstammte Karl Eulenstein einem kleinbürgerlichen Umfeld. Schon mit 10 Jahren verlor er seinen Vater und musste bald zum Familienunterhalt beitragen. Er lernte Buchhalter. Das Malen und Geigenspiel blieben Freizeitbeschäftigung. 1914–18 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Erst danach schaffte er den Schritt zur Malerei und ging an die Königsberger Kunstakademie. Dort studierte er bei Richard Pfeiffer und Arthur Degner bis 1923. Ab 1926 lebte er als freischaffender Künstler in Berlin, doch zog es ihn jedes Jahr im Sommer in seine Heimat, ins Memelland und auf die Kurische Nehrung.

Willkür und Widersprüchlichkeit der nationalsozialistischen Kunstdiktatur erlebte er hautnah, einige seiner Arbeiten wurden als »entartet« beschlagnahmt. Andererseits konnte er bis 1944 an Ausstellungen teilnehmen. Verkauft wurde jedoch kaum etwas, da er in seinem Stil zu eigenständig blieb.

Im Bombenkrieg verlor Eulenstein 1945 fast sein gesamtes malerisches Werk. Nur mühsam begann er, Neues zu schaffen. Für seine Bekanntheit zu Lebzeiten aber auch nachdem Tod bedeutete der Verlust allerdings eine schwere Einbuße. Wie viele Künstler aus dem Osten blieb er dadurch weniger bekannt. Umso wichtiger ist die Wiederentdeckung seines bedeutenden Werkes heute.

Wie manche seiner Freunde traf es ihn schwer, dass er nicht mehr nach Ostpreußen und auf die Kurische Nehrung reisen konnte. Doch auch aus der Ferne schuf er wiederum sein Bild dieser Landschaften und ihrer Menschen, mit wachsender Konzentration der Formen und Intensität der Farben. Karl Eulenstein starb 1981 in Berlin.
Weitere Informationen auf den Internetseiten des Ostpreußischen Landesmuseums

Veranstalter

Eine Ausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums mit Begleitprogramm

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