08.06.2007 - 26.08.2007
Schloss Strünkede
Karl-Brandt-Weg 5, 44629 Herne, Deutschland

Westfalen und das Baltikum 1200–2000

Eine Ausstellung über 800 Jahre wechselseitige Beziehungen beider Kulturlandschaften

Das Emschertal-Museum zeigt gemeinsam mit der Martin Opitz Bibliothek vom 8. Juni bis 26. August 2007 die kulturhistorische Ausstellung »Westfalen und das Baltikum« in der Städtischen Galerie im Schlosspark Strünkede in Herne.

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Drei Mitglieder der Familie von Strünkede aus Herne saßen im 15. Jahrhundert als Ritter des Deutschen Ordens auf der lettischen Marienburg. Die wechselseitige Geschichte zwischen Westfalen und Livland beginnt aber bereits im frühen 13. Jahrhundert mit Bernhard II zur Lippe als Krieger und Gründer von Fellin (Estland) nach dem Vorbild von Lippstadt. Später wurde er Abt des Zisterzienser Klosters Dünamünde und Bischof von Semgallen. Die gotische Architektur im Baltikum hat viele Impulse aus Westfalen erhalten. Kaufleute aus Dortmund, Soest, Münster und vielen anderen westfälischen Städten bestimmten das Geschehen u.a. im Riga und Reval, zumal zwölf Orte im Baltikum zur Hanse gehörten.

Ebenso wurde der livländische Zweig des deutschen Ritterordens stark von Adligen aus Westfalen bestimmt. Der bedeutendste von ihnen war der aus dem Sauerland stammende Wolter von Plettenberg, der von 1494 bis 1535 die Geschicke Livlands von Wenden (Cesis) aus leitete.

Die lange Liste der Herzöge von Kurland aus der Familie von Ketteler bestimmte im 16. bis 18. Jahrhundert die Entwicklung dieses eigenständigen Staates. Einige der baltischen Literaten und Hochschullehrer der Universität Dorpat stammten aus Westfalen, so der Rektor Gustav Ewers. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Westfälische Drahtindustrie aus Hamm bei Riga eine Fabrik. Und nicht zuletzt das lettische Gymnasium in Münster nach dem Zweiten Weltkrieg und die vielen heutigen Städtepartnerschaften verdeutlichen die wechselseitigen Beziehungen dieser beiden Kulturlandschaften.

Die Ausstellung kann nur hinweisen und anregen. Zur Vertiefung hält die Martin-Opitz-Bibliothek in reichem Umfang Literatur über die baltischen Staaten und die Deutschbalten zur Lektüre bereit.

Westfalen und das Baltikum 1200–2000
Weitere Informationen auf den Internet-Seiten der Martin Opitz Bibliothek

Norbert Angermann: Wolter von Plettenberg
Der größte Ordensmeister Livlands und Westfalen

Ausstellung des Emschertalmuseums Herne und der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek in der Städtischen Galerie im Schlosspark Strünkede

Lage


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Tags: Baltikum, Partner-Ausstellung

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